Burg Mömbris

Im Sommer 2019 wurde an der Burg Mömbris eine Grabung unter Führung des Archäologischen Spessartprojektes durchgeführt. Im Rahmen dieser Grabung konnten neue Erkenntnisse zur Burg Mömbris gewonnen werden und der Erforschung dieses wichtigen Ortes Mömbriser Geschichte wurde ein großer Schub gegeben. Sie finden hier grundlegende Informationen zur Geschichte der Burg und weiterführende Infos über Links zu anderen Partnern der Forschung.

Burg oder steinernes Haus?

Die Burg Mömbris ist eine von mehreren Burgen im heutigen Gemeindegebiet Mömbris. Die Grabungen, die im Jahr 2019 hier durchgeführt wurden, legen nahe, dass es sich bei der Burg um einen großen bewehrten Gebäudekomplex handelte, der als Verwaltungssitz der adeligen Herrscherfamilien genutzt wurde. Die Burg besaß steinerne Grundmauern, auf denen ein ziegelgedeckter Fachwerkbau als Wohngeschoß aufgesetzt war.

Ähnliche Konstruktionen findet man in der Umgebung z.B. in Alzenau, Hofgut Fellen,  auf Burg Mohle in Heimbuchenthal oder dem Templerhaus in Amorbach…(kann/ darf man das vergleichen??????)

https://burglandschaft.de/burg-land-schaft/hofgut-fellen (Ist das Vergleichbar?)

Um die Burg herum, also hier an diesem Standort, befand sich das mittelalterliche Ortszentrum von Mömbris. Neben der Burg befand sich die Kirche, vor der der Friedhof lag. Ob es sich bei dieser „Burg“ um die „Womburg“ handelt, ist in der Forschung noch nicht eindeutig geklärt.

Wer waren die „Burgherren“?

Erbaut wurde die Anlage von den Grafen zu Rieneck. In dem Bestreben, ihren Machtbereich auszudehnen, stifteten die Rienecker auch die Pfarrei Mömbris und übten die Zentgerichtsbarkeit aus. Bis 1333, als der letzte Erbe der Grafen Rieneck-Rothenfels gestorben war, besaß die Familie den Fronhof, die Pastorei, der Kirchensatz, die Renten und Gefällen, Wald, Weide und Wasser in dem kleinen Ort. Die Burg und die Verwaltung der Besitztümer in Mömbris übergaben sie als Lehen treuen Vasallen, wie den Familien Gondsroth, Echter u.a.

Eine Burg oder mehrere Burgen?

Grabungsfunde lassen annehmen, dass schon Mitte des 13. Jahrhunderts eine Burg existierte, die zerstört wurde. Anfang des 14. Jahrhunderts lässt sich eine weitere Burgenphase nachweisen. Diese gilt als Blütezeit. Funde belegen z.B. das Vorhandensein einer Schmiede. Auch diese Periode endete mit der Zerstörung der Burg, auf die ein Wiederaufbau Ende des 14.Jahrhunderts folgte.

https://www.spessartprojekt.de/forschung/ausgrabungen/die-burg-moembris/die-burg-moembris-funde/

Das Ende der Burg Mömbris

Die letzte Phase endete vermutlich 1404/1405 mit dem fachgerechten Rückbau der Burg durch Zimmerleute und Steinmetze, die im Auftrag König Rupprechts und verstärkt durch ein Heer, die Burgen in der Wetterau und im Freigericht niederlegten.

Die Arbeit der Handwerker machte es möglich, die abgebaute Bausubstanz für anderen Bauvorhaben wiederzuverwenden.

Der König wollte mit diesem radikalen Vorgehen einen ständigen Unruheherd beseitigen. Denn häufig kam es auf den durch diese Gebiete verlaufenden Fernhandelswegen zu Überfällen und Plünderungen von Kaufleuten und Warentransporten, die von Raubrittern aus der Umgebung begangen wurden. Für den Erzbischof von Mainz und die blühenden Reichsstädte Frankfurt, Gelnhausen und Wetzlar war dies ein Dorn im Auge. Bei diesem Zug gegen die Burgen wurden die Burg Mömbris, ebenso wie die Burgen Alzenau, Michelbach und Hüttelngesäß niedergelegt.

Rudolf von Bleichenbach, der zu dieser Zeit die Burg für die Rienecker verwaltete, konnte sich vor seinem erzwungenen Abzug noch mit allem Nötigen versorgen (Bender S. 2,3). Nach dieser Zeit wurde die Anlage wohl nicht mehr wieder aufgebaut.

Gras wächst über die Burgstelle

Lange lag die Burgstelle wohl brach und wurde dann im ausgehenden 18. Jahrhundert als Obst- und Gartenanlage genutzt. Nach Aufgabe dieses Gartengrundstückes überließ man im 20. Jahrhundert den Hügel der Natur. Als beliebter und abenteuerlicher Ort zum Spielen, wurde er von den Kindern des Dorfes genutzt.

Aber nicht nur üppiges Gestrüp ist über die ehemalige Burgstelle gewuchert. Im Volksmund wird auch die ein oder andere Sage zur Burg weitergetragen. Die Protagonisten in den Geschichten fanden mehr oder weniger Glück und Reichtum, an der Burg Mömbris. Bei den Grabungen im Jahr 2019, fanden wir etliche aufschlussreiche „Schätze“, wir fanden viel Spaß und Glück im gemeinsamen Engagement und wurden mit neuem Wissen reich beschenkt.

Für sie haben wir die Sage „Der Knabe und die Kupfermünzen“ aufgenommen. Viel Spaß beim Hören!

Quelle: „Spessart Sagen“, Herrlein/Schober, Verlag Paul Pattloch, 1948

Sprecher: Maderu Ungermann, Mömbris

Quelle und weitere Infos:

Archäologisches Spessartprojekt https://www.spessartprojekt.de/forschung/ausgrabungen/die-burg-moembris/