Burg Mömbris

Burg oder steinernes Haus?

Die „Burg“ Mömbris ist eine von mehreren Burgen im heutigen Gemeindegebiet Mömbris.

Die Grabungen im Jahr 2019 legen nahe, dass es sich bei der „Burg“ nicht um einen großen bewehrten Gebäudekomplex, sondern eher um ein kleines „steinernes Haus“ gehandelt haben muss. Der Archäologe Harald Rossmaniths erklärte dazu, dass kleine Burgen (Burgstellen), dörfliche Verwaltungssitze und große Gutshöfe oft ähnliche Formen und Ausmaße hatten. Grade diese „manor houses“ waren als Burgen des Niederadels im 13. und 14. Jahrhundert u.a. im Spessart verbreitet. Jedes Dorf besaß vermutlich eine dieser kleinen bewehrten Anlagen, die allerdings in den Archivalien nicht als „Burg“ auftauchen. (Rosmanitz S. 9).

Das „steinerne Haus“ von Mömbris bestand vermutlich aus einem massiven Mauerkörper, auf dem dann in Fachwerkbauweise mehrere Wohnetagen aufgesetzt worden waren. Vergleichbare Steinerne Häuser finden sich aus dieser Zeit in…XXX.

Wer waren die „Burgherren“?

Erbaut wurde die Anlage von den Grafen zu Rieneck. In dem Bestreben, ihren Machtbereich auszudehnen, stifteten die Rienecker auch die Pfarrei Mömbris und übten die Zentgerichtsbarkeit aus. (Roßmanitz S. 2) Bis 1333, als der letzte Erbe der Grafen Rieneck-Rothenfels gestorben war, besaß die Familie den Fronhof, die Pastorei, der Kirchensatz, die Renten und Gefällen, Wald, Weide und Wasser in dem kleinen Ort. Die Burg und die Verwaltung der Besitztümer in Mömbris übergaben sie als Lehen treuen Vasallen, wie den Familie Gondsroth, Echter u.a.

Vermutlich gab es drei Besiedelungsperioden, im 13., 14. und 15. Jahrhundert, die jeweils mit einer Beschädigung oder Zerstörung endeten. Die mittlere Besiedlungsphase gilt als die bedeutendste. Ob diese Periode durch die von 1346 bis 1353 grassierende Pest beendet wurde? Da die Anlage wohl im Vorfeld der Zerstörungen jedes Mal systematisch ausgeräumt wurde, geht man eher von einem planvollen Vorgehen als z.B. einem Brandereignis aus.

Ein Dorn im Auge

Die letzte Phase endete vermutlich 1404/1405 mit dem fachgerechten Rückbau der Burg durch Zimmerleute und Steinmetze, die im Auftrag König Rupprechts, verstärkt durch ein Heer, die Burgen in der Wetterau und im Freigericht niederlegten. Die Arbeit der Handwerker machte es möglich, die abgebaute Bausubstanz für anderen Bauvorhaben wiederzuverwenden.

Der König wollte mit diesem radikalen Vorgehen einen ständigen Unruheherd beseitigen. Denn häufig kam es auf den durch diese Gebiete verlaufenden Fernhandelswegen zu Überfällen und Plünderungen von Kaufleuten und Warentransporten, die von Raubrittern aus der Umgebung begangen wurden. Für den Erzbischof von Mainz und die blühenden Reichsstädte Frankfurt, Gelnhausen und Wetzlar war dies ein Dorn im Auge. Bei diesem Zug gegen die Burgen wurden die Burg Mömbris, ebenso wie die Burgen Alzenau, Michelbach und Hüttelngesäß niedergelegt.

Rudolf von Bleichenbach, der zu dieser Zeit die Burg für die Rienecker verwaltete, konnte sich vor seinem erzwungenen Abzug noch mit allem Nötigen versorgen (Bender S. 2,3).

Nach dieser Zeit wurde die Anlage wohl nicht mehr wieder aufgebaut.

Verlegung des Ortskerns? Wann?

(Text muss ergänzt werden)

Forschungsstand

Aufgrund der spärlichen Forschungsgeschichte bleiben für uns Fragen offen:

Z.B. XXXXXXX

Quellenangaben